Das Blackfoot Lager

 

Wieder ist ein Winter vergangen und ich habe viele neue Erfahrungen gemacht. Die Trademeetings im   Frühjahr und im Herbst bei den Skunks waren verhalten. Die Blauröcke blieben in ihren Forts und somit gab es für die Cheyennes friedliche Zeiten. Zeiten zur Gelegenheit der Reinigung von Körper und Geist. Der Schamane nahm mich mit in den Bauch der Mutter Erde und half mir, meinen Frieden zu finden. In Demut betete ich zum Großen Geist, zu Mutter Erde und den Geistern der vier Winde. Ich erkannte, das ich die Ereignisse der vergangenen Winter aus einer anderen Sicht betrachten musste. Die Schwitzhüttenzermonien taten mir gut. Auch die Freundschaft zum Schamanen tat mir gut. Wir führten viele Gespräche und er zeigte mir neue Pfade, die ich zu gehen bereit bin.

In den Lagern sah ich, dass es unter den Trappern Unstimmigkeiten gab. Manuka und ich standen dazwischen. Wir haben viele Freunde unter den Trappern. Sollten wir uns schon wieder entscheiden  müssen? Ich erinnerte mich an die Worte des Schamanen und beschritt einen neuen Pfad. In dem Monat der färbenden Blätter ging ich ins Fort der Blauröcke am Little Creek. Einige der Trapper waren ebenfalls dort angekommen und schlugen ihre Zelte auf. Es war ein kleines Lager, aber es erinnerte mich an längst vergangene Zeiten. Mein Herz war erfüllt von Freude, als ich abends an den Feuern der Trapper saß. Im Fort begegnete man mir freundlich und ich wurde zu einem Palaver mit dem Colonell gebeten. Über den Inhalt des Gespräches möchte ich mich hier nicht äußern, aber es waren gute Worte des Colonell. Worte, die den Gedanken an Frieden in mir erwachen ließen. Am Mittag des folgenden Tages überreichte ich dem Colonell einen gebrochenen Pfeil, als Zeichen für den Frieden zwischen den Cheyenne und den Blauröcken. Und es war gut so.

Im Monat der fallenden Blätter besuchten wir, zusammen mit dem Schamanen und einer befreundeten Cheyenne das Blackfoot Lager östlich vom Little Creek. Jenes Blackfoot Lager, dessen Chief ich vor vielen Wintern kritisierte...zu unrecht kritisierte, wie ich heute weiß. Damals habe ich Vieles nicht gewußt und mich von den Meinungen anderer Menschen leiten lassen. Menschen, die wie Spinnen ein Netz auswerfen und intrigieren. Ich habe mir nur die Seite der Vehos angehört, das war falsch und ich hoffe, dass Tatanka, der Chief der Blackfoot mir meinen Fehler verzeiht.

Am Tag, als wir die Tippis errichteten, kreisten hoch oben über den Jagdgründen der Blackfeets zwei Bussarde. Es war ein gutes Zeichen! Manuka und ich wurden freundlich aufgenommen. Wir verbrachten friedliche und harmonische Tage im Lager. Am ersten Abend versammelten wir uns in einer kleinen Tanzlodge. Es wurde viel gelacht, getrommelt, Geschichten erzählt und gespielt. Müde, aber zufrieden gingen wir in dieser Nacht ins Tippi. Als wir in den warem Fellen lagen, lauschten wir den Winden, die in dieser Nacht aus allen Himmelsrichtungen bliesen. Aber die Tippis im Lager standen sicher und bald schliefen wir ein.

Die Anwesenheit des Schamanen gab mir Kraft und die Abgeschiedenheit des Lagers brachte mich dem Großen Geist ein Stück näher. Diese Gefühl wurde stärker, als ich am nächsten Tag die große Tanzlodge betrat. Das heilige Feuer brannte bereits im Zentrum. Auch Manuka war beeindruckt. Nachdem wir uns gereinigt hatten, dankte ich in einem stillen Gebet dem Großen Geist und wir nahmen unsere Plätze ein. Wir hatten unsere beste Kleidung angelegt. Nach und nach trafen mehr Gäste ein. Nach dem Einzug trat Tatanka in den Kreis und begrüßte die Gäste. Als die Trommel erneut geschlagen wurde, reihten sich viele Krieger und auch Frauen und Kinder zum Tanz ein. Es wurden Geschichten erzählt und immer wieder getanzt. Einer der Höhepunkte des Abends waren die Namensgebungen zweier Kinder. Eines dieser Kinder sollte den Namen "Tanzende Mücke" heißen. Mit großen Augen schaute der kleine Krieger Tatanka an, als der Chief mit ihm in den Kreis  trat und den Gästen erklärte, warum der Name "Tanzende Mücke" gewählt wurde.

Zwischen den Tänzen und Geschichten wurden Getränke und Snacks rundgereicht. Schließlich folgte ein weiterer Höhepunkt. Die Preisverleihung der Wettkämpfe vom Nachmittag. Jeder Krieger wurde geehrt und erhielt einen Preis. Auch für die Frauen gab es Auszeichnungen. Es macht mich stolz, hier sagen zu können, dass ich den dritten Platz erreicht habe. Die Tage im Lager der Blackfoot waren also nicht nur harmonisch und friedlich, sondern auch erfolgreich. Ich behalte sie in guter Erinnerung und freue mich, wiederkommen zu dürfen. Bevor wir das Lager verließen, gingen wir zum Steinkreis brachten ein kleines Opfer, beteten zum Großen Geist und dankten ihm für die neue Pfade,...

einer führte mich in das Lager der Blackfoot. Hier fand ich neue Brüder und Schwestern. Es war ein gutes Lager. Ich danke Euch für Eure Gastfreundschaft und freue mich, bald wieder bei Euch zu sein. Haho. Möge der Große Geist Euch und eure Jagdgründe schützen.


Ich habe gesprochen...

 

Die Nachtsonne

 

HanhepiWi  oder  Taa’eva ese’he

(Lakota)                      (Cheyenne)

 

 

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