Das Blockhaus

 

Die Zeit der großen Büffelherden war lange vorbei. Der weiße Mann hielt Einzug in das Land meiner Vorfahren. Als ich, Hanhepi Wi eine Cheyenne-Frau des Nordens hier her kam, hatte die 2. US Cavallery unter dem Komando von Colonell David McCord dieses Land besetzt.

Ich erinnere mich genau. Im Osten erhob sich ein kleiner Berg, der Black Mountain. Die Indianer nannten dieses Land Little-Creek. Am Fuß des Berges errichteten die Blau-Röcke ihr Fort. Wir bauten unsere Tipis im Tal östlich vom Little Creek auf. Dieses Land wurde uns von den Blau-Röcken zugewiesen.

Ich war die Frau von Manuka. Vor vielen Wintern lebte ich bei einem Stamm der Blackfeet. Seit dem der weiße Mann damit begonnen hatte, die Indianer von ihrem Land zu vertreiben, herrschte zwischen den einzelnen Stämmen weitgehend Frieden. Mit einigen Sioux aus dem Süden schlossen wir  Freundschaft. Schon bald sollten wir so leben wie der weiße Mann. Die Blau-Röcke erlaubten uns in ihrem Fort zu leben und gaben uns Land, auf dem wir unser Haus errichten sollten. Also kehrte ich zurück, auf das Land meiner Vorfahren und bauten dort unser Blockhaus am Little Creek.

Die Sonne wärmte den ganzen Tag die Stelle, wo unser Haus entstand. Im Rücken stand eine Baumreihe und dahinter lag die Ebene, auf der unser Ponys weideten.

Vier Tage nach dem Herbst-Meeting der Skunks, bei dem Indianer, Trapper und Fallensteller, Handel mit den Blau-Röcken trieben, machten wir uns an die Arbeit. Der weiße Mann nannte diesen Tag Donnerstag, den 16. September. An diesem Tag kam der erste Wagen mit Bauholz in Little Creek an. Und es sollten noch viele folgen.

Der große Geist schickte gutes Wetter.

  

Eine Woche war vergangen. Dann begann es zu regnen, aber auch das hielt uns nicht auf.

     

Die Blau-Röcke brachen zu einem Millitär-Meeting im Norden auf. Wir waren gut vorangekommen und deshalb beschlossen wir, ihnen zu folgen. Die Arbeit am Blockhaus sollte bis zur nächsten Woche warten. Immer wieder mussten wir neues Material heranschaffen. Der weite Weg bis zur Stadt des weißen Mannes war sehr zeitaufwendig und beschwerlich. Ein neuer Monat hatte angefangen und das Blockhaus war fast fertig. Am 8. Tag des Oktobers machte ich mich mit  Doc Holiday und seiner Frau, die auch im Fort lebten,  auf den Weg nach “Twofalls“ einem Tagesritt südlich von Little Creek um dort die letzten Holzstämme zu besorgen, die wir für die Fertigstellung des Blochhauses noch brauchten.

Als Cheyenne-Frau lebte ich schon viele Winter im Tipi. Es sollte sich aber alles ändern. Aber Manuka versprach, das wir im Sommer unser Tipi auf der Ebene aufbauen und dort leben würden. Also bauten wir noch einen Lagerraum an, indem wir über die Wintermonate die Planen unseres Tipis aufbewahrten.

Niemand konnte wissen, wann der Winter kommen und den Gipfel des Berges mit dem ersten Schnee bedecken würde, darum arbeiteten wir bis weit nach Sonnenuntergang. In den Tipis des weißen Mannes brannten keine Feuer wie bei den Cheyenne. Sie machten ihre Feuer in einem Kasten aus Eisen. Sie nannten es Ofen. Es war der 19. Tag des Oktobers. Fünf Wochen waren seit dem Beginn des Blockhausbaus vergangen. Jetzt war es fertig, Es war die Zeit, um einen Baum zu pflanzen. Wir suchten einen Platz neben unserem Blockhaus. Dort wächst jetzt ein roter Ahornbaum.

 

So vergingen viele Monde und wir lebten friedlich Seite an Seite mit den Blauröcken im Fort am Little Creek. Einige Male im Jahr wurden PowWows abgehalten und Trademeetings fanden statt. Bei solchen Zusammenkünften wurde viel gegessen und getrunken, getanzt, geredet und regen Handel getrieben. Wir besuchten die Treffen der Skunks und schlossen neue Freundschaften. Wir waren in den Tipis der Sioux, der Nez Perces und unseren Brüdern und Schwestern, den Cheyennes zu Gast und haben ihre Gastfreundschaft erfahren. Mein Herz war erfüllt von Freude, als ich die Harmonie und Freundlichkeit im Sommerlager im Süden spürte und wir gemeinsam unsere Lieder sangen.

  

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