Die Entscheidung

 

 

Es waren viele Winter vergangen, seit wir das Blockhaus am Little Creek verlassen und an dem Soldaten verkauft hatten. Noch immer schuldete er uns einen Teil des Kaufpreises. Aus seinem Mund kamen nur Lügen, so wie aus allen Mündern vieler Weißen. Ihre Versprechungen wurden nicht eingehalten und ihre Freundschaft war nur vorgetäuscht. Uns zog es zu unseren roten Brüdern und Schwestern. Bei den Blackoot fanden wir Frieden und Harmonie, so wie wir es vor vielen Wintern erfahren durften, denn auch zwischen den Trappern herrschte inzwischen offene Feindschaft. Wir konnten keinem Weißen mehr trauen. Kein Handel kam zwischen ihnen und uns zustande. Wir wurden belogen und betrogen. Also zogen wir uns zurück, blieben bei den Blackoot und beobachteten den Streit zwischen den Trappern. Es ging um das Land. Land, das der Große Geist für alle Menschen und Tiere geschaffen hatte. Sie begriffen nichts.

Sie stritten  um den Bau eines Saloons. Jeder wollte die Macht haben und niemand gab nach.

Die einst so stolze Truppe der Skunks trennte sich entgültig. Fast alle verließen das Land, nur Racoon und Mato blieben. Sie begannen mit dem Bau des Saloons und gründeten einen neuen Handelsposten mit dem Namen Deadwood. Eigentlich war es Indianerland, aber die Regierung verwaltete dieses Land. Sie machte Verträge mit den beiden Trappern.

Beim ersten Meeting boten Manuka und ich unsere Hilfe an. Die freien Trapper, die sich von nun an Free Skunks nannten, nahmen unsere Hilfe an und wir erneuerten somit das Band unsere Freundschaft.

Noch einmal kreuzten sich unsere Wege mit denen des Colonel Mc Cord. Der Colonel bot mir einen Handel an. Er wusste, dass einer seiner Soldaten uns noch immer ein Teil des Kaufpreises des Blockhauses schuldete. Im Fort der Yankees trafen wir auch wieder auf die Skunks, jene, die sich von Racoon und Mato trennten und  vor einigen Wintern die Blauröcke als Betrüger beschuldigten und nach ihren eigenen Aussagen dieses Fort nie wieder betreten wollten. Und noch ein alter Bekannter sollte in diesem Fort auf uns treffen. Endlich hatte ich Gelegenheit diesem Mann von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu treten. Es war der kanadische Trapper und wieder immer hatte er zu viel vom verrückten Wasser getrunken. Er glaubte wohl, dass ich seinen Verrat vergessen hätte, als er  Manuka und mir gegenüber trat, um uns zu begrüßen. Wir beachteten ihn nicht. Im Fort herrschte in diesem Frühling reges Treiben. Viele Winter lang  blieben die Händler dem Fort fern. Jetzt kehrte langsam wieder Leben in den Handelsosten der Blauröcke zurück. Die Sioux hatten ihre Tippis aufgestellt. Auch mein Bruder, Itan ihak stuch nohak  besuchte im Mond der Maisaussaat das Meeting am Little Creek. Sein Name bedeutet “Der Mann der viel lacht“. Das tat er, als wir gemeinsam am Feuer saßen und über vergangene Zeiten sprachen.

Viele Geschichten wurden erzählt, es wurde getrommelt und getanzt. Im Saloon feierten die Trapper und die Blauröcke. Und wie immer, wenn der weiße Mann zu viel vom verrücktem Wasser trinkt, gab es Streit. Im Lager der Indianer blieb es friedlich. Am nächsten Tag bereitete ich mich auf eine besondere Aufgabe vor. Ich bewaffnete mich mit Tomahawk und Bogen, legte meine Farbe des Kampfes auf und griff zu meinem Cupstab. Mein Bruder wollte mich begleiten, aber ich musste den Weg zu dem kanadischen Trapper allein gehen.. Als ich vor ihm stand, bemerkte ich seine Alkoholfahne. Er hoffte wohl auf freundliche Worte. Ich aber sagte ihm, während ich ihn mit den Federn meines Cupstabes streifte:

„Ich hätte Dich töten können, für deinen Verrat, doch du bist es nicht wert. Zwischen uns wird Frieden sein, aber Freundschaft wird es niemals geben. Das ist alles, was ich zu sagen habe.“

Von diesem Tag an sprach ich nie wieder mit ihm.

Über die Worte des Colonel dachte ich noch lange nach und beriet mich mit Manuka. Wenn ich mit einer kanadischen Wildsau Frieden schließen konnte, dann war der Friede mit dem Colonel tausendmal mehr wert. Beim nächsten Lager wollte ich mit einem Zeichen des Friedens ins Fort gehen und es bei der Begrüßung öffentlich überreichen. Doch es lief etwas anders. Ich glaube, Wakan Tanka wollte nicht, dass ich mich im Mittelpunkt stelle. Ich traf den Colonel am Eingang des Fort. Die Begrüßung war schon vorbei. Ich übergab ihm einen gebrochenen Pfeil und erklärte ihm, dass die Cheyenne das als Zeichen des Friedens geben.

Er machte nicht viele Worte, aber ich sah die Freude in seinen Augen. Als ich später den Saloon betrat, hing der gebrochene Pfeil über dem Eingang, für alle gut zu sehen.

Wieder musste ich an den Schamanen denken. Er führte mich auf dem Pfad zum Frieden und er führte mich auf dem Pfad zum Lager der Blackfoot.

 

Immer häufiger verbrachten wir Zeit mit den Blackfoot. Hier bei diesen Menschen fühlten wir uns wohl. In Deadwood gab es inzwischen  neue Probleme. Racoon und Mato schlossen Verträge mit den zuständigen Behörden. Diese Verträge wurden gebrochen. Der weiße Mann betrog nicht nur uns, sondern auch seine eigenen Leute. Sie versuchten Racoon , Mato und die Leute, die sich ihnen angeschlossen hatten zu vertreiben. Schließlich gaben sie Deadwood auf. Das geplante Trappermeeting wurde abgesagt. Als der Frühling Einzug ins Land hielt, war Deadwood dem Erdboden gleich gemacht.  

 

 

Im Mond der wiederkehrenden Frösche, der weiße Mann nennt diesen Mond April entschieden wir uns zu bleiben und leben seitdem mit den Blackfoot. Wir schlossen einen Friedensvertrag und wurden zu einem Teil des Stammes, um Seite an Seite miteinander zu kämpften. Das Land wurde für zwei Winter unsere Heimat und die Menschen wurden zu unserer Familie. Mit ihnen haben wir viele Tage verbracht. Dann zogen wir weiter...

 

...im Sommer nach Osten in die Berge. Dort trafen sich viel andere Indianerstämme um gemeinsam ein großes Fest zu feiern. Es war sehr beeindruckend. Eine Tanzlodge in mitten zahlreicher Tippis, dazwischen eine kleine Gruppe Krieger mit ihren Pferden, eine weite Ebene auf dem die Büffel grasen und am Horizont eine Baumreihe, deren Wipfel den blauen Himmel berühren.

 

Die Zeit der großen Büffelherden  war lange vorbei, aber hierhin waren sie zurückgekommen.

Alles fügte sich zusammen, wie ein großer Kreis.

Wenn der Große Geist es uns erlaubt, werden wir auch im nächsten Sommer die Büffel besuchen.

Ich fühle mich stark, eine neue Aufgabe anzutreten und ich freue mich auf die viele neuen Ereignisse und neue Freunde, die der Große Geist für mich Bereit hält.

 

      Ich habe gesprochen

     Haho

 

Taa´eva ese´he  (Maxi) Hanhepi Wi

" Duck Younger " 

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