Unsere Hochzeit

(... erzählt von Hanhepi Wi und Manuka)

 

Der Himmel war an diesem Tag wolkenverhangen. Die Tipis der Cheyennes und der Sioux  standen auf der Ebene vor dem Black Mountain am Little Creek. Der Rauch, der aus den Indianerzelten empor stieg, vermischte sich mit dem Dunst aus Nebel und Regen. Der Tag, den die Wasicu  Samstag, den 9. Juni nennen, war erst wenige Stunden alt. Es sollte der Tag  sein, an dem ich Hanhepi Wi, die Frau von Manuka werden sollte Wir hatten unsere Freunde zu einem ganz besonderen Fest geladen. Es sollte eine traditionelle, indianische Hochzeit werden. Dank vieler helfenden Hände unserer Freunde waren alle Vorbereitungen schon seit Tagen getroffen. Gemeinsam bauten wir die Tippis auf. Der Chief der Sioux hatte sein großes Versammlungs-Tippi, für die Zeremonie zur Verfügung gestellt. Für Essen und Trinken war reichlich gesorgt und auch genügend Feuerholz wurde von lieben, hilfsbereiten Freunden geschlagen und ins Lager gebracht.

Unser Tipi hatte Hanhepi Wi ganz besonders schön und mit viel Liebe zurechtgemacht. An der Lining hingen einige  ihrer persönlichen Gegenstände. Ich bemerkte, dass sie an einer Stelle mein Kriegshemd und verschiedene, dazugehörende Gegenstände aufgehängt hatte. Zwischen Bett und der Feuerstelle befand sich ein kleiner indianischer Altar, geschmückt mit Perlen und Salbei.

Es regnete schon eine ganz Weile, deshalb zog sich Hanhepi Wi am frühen Morgen ins Tipi zurück um zum Großen Geist für gutes Wetter zu beten.

Ich bat Wakan Tanka um gutes Wetter. Ich bat nicht für mich. Ich bat für unsere Gäste, die Menschen, die uns beiden so sehr ans Herz gewachsen waren. Sie alle fanden den weiten Weg nach Little Creek, um mit uns dieses Fest zu feiern. Darum sollten sie gutes Wetter haben.

Aber es hörte nicht auf zu regnen. Ich saß noch lange vor dem Altar und ließ meinen Blick schweifen. Unser Tipi war gemütlich eingerichtet. Es vermittelte die Geborgenheit, die ich bei Manuka jeden Tag auf´s Neue erfuhr. Manukas Sachen zierten eine Stelle des Tipi und mein Hochzeitskleid schmückte eine andere Stelle des Tipis. In der Mitte brannte ein kleines, wärmendes Feuer. Gegenüber des Eingangs war unser Schlafplatz.

 

Nach und nach trafen unserer Freunde ein.

Jeder von ihnen brachte einen Sonnenstrahl mit und schickte diesen zum Großen Geist, so das wir dann noch Vater Sonne lachen sahen Der große Geist hatte die Gebete erhört.. Überall wurden kleine Palaver gehalten, um sich die Zeit des Wartens auf die Zeremonie zu vertreiben. Dann endlich trafen auch die Sioux ein. Manuka hatte schon vor zwei Wintern den Chief um seine Unterstützung gebeten. Zusammen mit zwei anderen Indianer sollte er für uns die Vermählungszeremonie halten.

Manuka und ich wurden in unser Tipi geschickt. Wir sollten uns für die Zeremonie umziehen. Bis jetzt waren wir so beschäftigt gewesen, dass keine Zeit blieb, um Nervosität zu spüren, doch als ich in meinem Festtagskleid vor Manuka stand bemerkte ich die  Anspannung und das Zittern meiner Hände. Ich war glücklich und gespannt auf das, was vor uns lag. Schließlich sollte Manuka das Tipi verlassen.

Mir fiel das Sprichwort ein, Gespannt wie ein Flitzebogen. Nun endlich war es soweit. Als ich aus unserem Tipi trat, schlug  mein Herz vor lauter Freunde, Liebe und Dankbarkeit höher. Alle unsere Freunde waren da und hatten sich fein heraus geputzt. Kalli, der große Häuptling  und Bernd  nahmen mich in ihre Mitte und geleiteten mich mit leisem Gesang zum Zeremonien-Tipi Dort sollte ich auf einen kleinen Hocker Platz nehmen. Da saß ich nun, nervös, aufgeregt und wartete.

Während all dem saß ich auf unserem Schlafplatz und dachte an Manuka. Von draußen waren viele Stimmen zu hören. Einige der Skunk-Frauen baten mich, ins Tipi eintreten zu dürfen. Ihre Neugier war wohl zu groß und ich freute mich über ihre erstaunten Blicke und die lieben, freundlichen Worte.

Es war soweit. Als ich ins Freie trat, wurde ich von meinen indianischen Schwestern in einer Decke gehüllt. Sie führten mich zunächst aus dem Lager. Etwas außerhalb wartete der Chief der Sioux auf uns. Als wir ihn erreichten, schlug er die Handtrommel und begann zu singen. Er führte mich, gefolgt von den anderen Indianerinnen ins das große Tipi. In der Mitte war eine große Büffeldecke ausgebreitet. Dort wartete bereits, mit Freudentränen in den Augen, Manuka auf mich.

Als ich das leise Schlagen der Handtrommel vernahm, geschah etwas, dass ich kaum in Worten fassen kann. Ich versuche meine Gefühle in diesem Moment wiederzugeben. Da kam meine süße Braut, schön wie eine aufgehende Sonne in ihrem  weißen Hirschlederkleid, mit weißen und blauen Perlen bestickt, unser Chief, und hinter ihr, ein ganzen Schwung Brautjungfern. Es war für mich ein erhabender und feierlicher Augenblick. Überwältigt von soviel Glück schickte ich voller Dankbarkeit ein Gebet zu Wankan Tanka. Die Mädels strahlten um die Wette, als sie und die anderen Gäste das große Tipi betraten.

Ich nahm neben Manuka Platz. Auf dem Büffelschädel vor uns lag Salbei und Süßgras. Eine Schale mit Salbeiblättern und Tabak  lag ebenfalls dort. Außerdem sah ich Fächer aus Adlerfedern und ein Messer in einer bemahlten Rohhautscheide. Um uns herum füllte sich das Tipi mit den Gästen. Alle drängten sich dicht zusammen, während wir beide es uns auf dem Büffelfell bequem machten. Eine weitere Büffeldecke wurde  über unsere Schultern gelegt. Der Chief entzündete den Tabak und das Salbei, um sich, alle Anwesenden und uns beide mit dem aufsteigenden Rauch zu reinigen. Um den Rauch zu verteilen benutzte er einen der Fächer. Einer der Indianer holte einige Bündel aus einer bestickten Ledertasche hervor. Diese Bündel enthielten Steine, mit denen ein Steinkreis gelegt wurde. Außerdem wurden zwei Lederstücke und Lederriemen bereitgelegt. Der Chief überreicht Manuka das Süßgras und mir das Salbei. Schließlich wurden uns mit dem Messer jeweils eine Haarsträhne abgeschnitten. Manukas Haarsträhne und etwas Salbei wurden in eines der Lederstücke gewickelt und zu einem Bündel geschnürt. Es wurde mir umgehängt. Manuka erhielt das Bündel mit meiner Haarsträhne. Dann sollte wir das Süßgras und das Salbei tauschen, um es später in unserem Tipi gemeinsam zu verbrennen. Mit dem aufsteigenden Rauch würden unsere Gebete und Wünsche zu Wankan Tanka getragen. Während all dem wurde leise Dankesgebete in der Muttersprache der Lakota gesprochen.

Nun waren wir vor dem Großen Geist und vor allen Anderen für immer verbunden.

Manukas Weg sollte nun auch mein Weg sein.

Jedes Detail der Zeremonie hat sich in unsere Herzen eingebrannt

Nach der Zeremonie folgte ein weiterer Höhepunkt. Ein Raunen ging durch das Tipi, gefolgt von einem Aufschrei aus Manukas Mund, als wir, zu unserer großen Freude zu Ehrenskunks ernannt wurden. Voll großer Freude und Stolz nahmen wir die Skunk Plaketten entgegen.

Schließlich reihten sich all unsere Freunde an, um uns ihre Glückwünsche und großzügigen Geschenke zu überreichen. Und unsere Herzen machten jedes mal Luftsprünge.

     

( Hanhepi Wi         Racoon         Manuka )

Dieser Tag brachte noch viele wunderschöne Momente. Sie alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Ihr, die ihr an diesem Tag mit uns gefeiert habt, hattet Teil an einigen dieser Momente. Ihr habt uns diesen Tag so unvergesslich gemacht und darum werdet ihr immer einen Platz in unseren Herzen haben.

 

Zum Schluss sei uns erlaubt, noch etwas zu sagen. Verzeiht uns unsere Tränen.

Es waren Tränen des Glückes, der Liebe und der Dankbarkeit. Wir danken Euch allen, dass ihr den schönsten Tag unseres Leben  mit uns gefeiert habt.

 

 Vielen Dank Euch allen und möge der Große Geist Euch auf all Euren Wegen beschützen.

 Hanhepi Wi und Manuka

  

Auch als die Sioux zwei Wochen später ihr Sommerlager abhielten, war unsere Hochzeitsfeier  in aller Munde. Das Treffen verlief friedlich. Es gab ein Lacrosspiel zwischen den Frauen der Sioux und den Trappern der Skunks Alle hatten großen Spaß. Das Treffen verlief friedlich. Niemand machte Ärger. Es waren keine Blauröcke und keine kanadischen Trapper da.

Die Blätter der Bäume färbten sich bereits. Der Herbst zog über das Land meiner Vorfahren. Manuka und ich hatten lange genug in einem eckigen Tipi gelebt. Ein einfacher Soldat kaufte unser Blockhaus. Er versprach und den vollen Kaufpreis bis zum nächsten Winter zu begleichen...aber dieser Soldat war ein weißer Mann. Dem Colonel teilten wir unseren Entschluss mit. Er und keiner der Leute vom Little Creek äußerte sein Bedauern, oder versuchte, uns zum Bleiben zu überreden. Ich glaube, sie alle waren froh, ihr Soldatenfort nicht mehr mit uns, den Cheyennes teilen zu müssen.  Wir packten unsere Sachen zusammen und zogen nach Süden in die Jagdgründe der Skunks, wo sie und Racoon, der bereits zwei Wochen zuvor aufgebrochen war, uns willkommen hießen. Hier, auf diesem unberührtem Land, stellten wir unser Tipi auf. Hier waren wir vor den Blauröcken sicher. Hier verstand der weiße Mann...

unsere Medizin

Hier sollte es einen neuen Anfang geben.

 

 

Die Gästeliste vom 9. Juni 2007

 

 

Marie Luise und Racoon
Bohaska
Jochen
Connie und Lampi
Silvia und Jürgen
Regina und Heinz
Kessi
Twoballs
Freddy und Familie

Barny
Susa und Mon Cherie

         

Bianca, Moana und Kalli
Claudi
Biggi
Bernd und Justin
Maus und Doc
Denise und Luise

 

Malu und Ingo
Heidi und Franz (Schamane)

Petra und Toni

 

Peter
Siggi
Christa und Doc Holiday
Christa und Willi
Karin und Dieter
Maike und Heinz
Ilona und Jaqueline

 

 

Silvia und Stephan
Wilma 
Uschi und Matthias
Janine und Steve
Marcel
Marion und Franz

 

 

 


 

 

 

 

 

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